GRUNDLAGEN DER HYDROKULTUR
Seit über 40 Jahren wenden wir diese praktische und saubere Kulturmethode im Innenraum bei unseren Kunden erfolgreich an. Alle, die dieses Wasserspeichersystem noch nicht kennen, finden hier einen kurzen Überblick über das System …
Hydrokultur – Das System
Die Hydrokultur ist eine sehr pflegeleichte
Kulturmethode deren Entwicklung schon lange zurückreicht. In der Hydrokultur wird die Pflanze ohne Erde kultiviert.
Das System Hydrokultur setzt sich aus der Hydropflanze, einem wasserdichtem Gefäße und einem Wasserstandsanzeiger zusammen. Die verbleibenden Zwischenräume werden mit Blähtonsubstrat aufgefüllt. Das eingefüllte Wasser steigt durch die Kapillarwirkung zwischen den Blähtonsteinen ca. 10cm nach oben. Damit alle Pflanzen optimal mit Wasser versorgt werden könne müssen diese eben auf dem Gefäßboden oder bei erhöhten Gefäßen auf dem Boden des Kunststoffeinsatzes aufgestellt werden. Pflanzen mit unterschiedlich hohen Kulturtöpfen können daher nicht kombiniert werden, da die Pflanzen mit den kürzeren Wurzeln vertrocknen würden.
Vorteile der Hydrokultur:
- Die Hydrokultur ist eine sehr saubere Kulturmethode. Sie eignet sich deshalb sehr gut für die Begrünung von Arbeitsplätzen.
- Die Blähtonkügelchen haben ein geringes Gewicht. Deshalb eignet sich die Hydrokultur sehr gut für den Einbau in Möbel oder Platzierung auf Kästen.
- Lange Gießintervalle von 3-4 Wochen.
- Übersichtliche Anzeige der Wasserversorgung im Gefäß.
- Keine lästigen Mücken an den Pflanzen.
- Für Allergiker gut geeignet, deshalb findet die Hydrokultur häufig in Spitälern.
- Die Düngung kann mit dem Dauerdünger unkompliziert mit Lewatit HD50 für 3-4 Monate bevorratet werden. Nicht bei geringem Kalkgehalt im Gießwasser verwenden.
Bestandteile einer Hydrokultur
Da die Hydrokultur ein Anstaubewässerungssystem ist, müssen die verwendeten Pflanzgefäße wasserdicht sein. Bei Gefäßen, die nicht wasserdicht sind werden Kunststoffeinsätze in die Gefäße gestellt. Diese Topf in Topflösung ist von außen nicht sichtbar und unterscheidet sich nicht von einer Pflanzung in wasserdichten Gefäßen. Beide Varianten zeigen eine dekorative einheitliche Blähtonoberfläche.
Die Größe der Kulturtöpfe ist genormt. Die Kulturtöpfe ermöglichen dem Gärtner eine einfache Kultur der Pflanze und einen unproblematischen Transport des Wurzelballens zum Kunden. Für eine weitere Kultur beim Kunden ist er nicht zwingend notwendig. Bei großen Hydropflanzen wird der Kulturtopf deshalb vom Wurzelballen entfernt um ein besseres Einwachsen zu gewährleisten.
Das Blähton-Substrat gibt der Pflanzen Halt und transportiert Wasser und Nährstoffe aus der Wasseranstauzone nach oben. Blähton ist biologisch und chemisch neutral, frei von Krankheitserregern, geruchlos, strukturstabil, verrottungsfest, dauerhaft locker, leicht, feuchtigkeitshaltend und weist eine zuverlässige Kapillarität auf. Eine graue Oberfläche bildet sich altersbedingt durch Ablagerungen von Staub und Kalk. Blähton kann nicht schimmeln!
Hydropflanzen werden in Kulturtöpfen mit Blähtonsubstrat herangezogen. Durch die seitlichen und am Topfboden befindlichen Schlitze im Kulturtopf wachsen die Pflanzen später in das umgebende Blähtonsubstrat des Pflanzgefässes hinein um an das mit Nährstoffen angereicherte Gießwasser zu gelangen. Hydropflanzen gibt es von 20cm bis 500cm.
Der Wasserstandsanzeiger ist die wichtigste technische Einrichtung der Hydrokultur. Der Schwimmer im Anzeiger zeigt durch den Auftrieb an, wie hoch der Wasserstand im Gefäß ist. Bleibt das Wasser zu lang im Gefäß stehen, kommt es zu einer Sauerstoffunterversorgung, sekundär können Schwächepilze die Pflanze langfristig schädigen. Bei jedem Gießvorgang ist stets die Funktionstüchtigkeit des Wasserstandsanzeigers zu prüfen. Um den Wasserstandsanzeiger auf der Wasseroberfläche schwimmen lassen zu können ist ein gewisser Auftrieb nötig. Deshalb befindet sind noch etwas Wasser im Gefäß, auch wenn kein Wasser mehr angezeigt wird. Deshalb nicht gleich nachgießen nach dem Absinken des Wasserstandsanzeigers!
Gedüngt wird mit Flüssigdünger oder Langzeitdünger. Verwenden Sie grundsätzlich keine Bio-Dünger, da diese durch mikrobiellen Abbau der enthaltenen organischen Stoffe zu nachhaltigem Sauerstoffmangel in der Anstauzone und zum Verpilzen der Substratoberfläche führen können.
Der Flüssigdünger müssen die Aufschrift tragen für Hydrokultur geeignet. Gute Markenprodukte haben ihren Preis! Flüssigdünger werden in der empfohlenen Konzentration bei jedem Nachfüllen der Gefäße verabreicht.
Der Langzeitdünger (Ionenaustauscherdünger) muss in die Anstauzone des Gefäßes eingebracht werden, damit er seine Wirkung entfalten kann. Bei eingewachsenen Pflanzen in Bodengefäßen funktioniert das so leider nicht. In diesem Fall erfolgt die Applikation des Langzeitdüngers am zweckmäßigsten über ein separat eingebautes Düngerohr. Das Düngemittel wird in diesem Fall über einen Vliesbeutel eingebracht und kann so leicht wieder ausgetauscht werden.
