DAS SAUBERE MINERALISCHE WASSERSPEICHERSYSTEM
Seit mehr als 20 Jahren werden Mineralsubstrate als Pflanzsubstrate in der Innenraumbegrünung verwendet. Verschaffen Sie sich einen Überblick über das System.
SEMIHYDROKULTUR – DAS SYSTEM

Die Semihydrokultur ist ein Einschichtsystem. Das heißt der Wasseranstaubereich und der obere feuchte Bereich, in dem sich der Pflanzenballen befindet, wird aus ein und dem selben Material (mineralisches Substrat) aufgebaut.
Aufbau
In einem wasserdichten Gefäß wird zunächst der Wasserstandsanzeiger eingebracht. Die Schlitze beim Anzeiger werden mit Filtervlies an der Basis umwickelt um Verunreinigungen zu vermeiden und die Funktionstüchtigkeit zu gewährleisten. Anschließend wird so viel mineralisches Substrat eingefüllt, das der Erdpflanzenballen nicht Gefahr läuft beim Gießen auf die Maximalmarke im Wasser zu stehen. Der Ballen wird anschließend auf die eingebrachte Mineralschichte gestellt und zugeschüttet. Das mineraliche Substrat verzahnt sich dabei und dient als Filter, dadurch besteht keine Gefahr das das Anstauwasser verschmutzt.
Entscheident für den Erfolg der Semihydrokultur ist, daß der Substratbereich vom wasserführenden Bereich getrennt ist und es zu keiner Vermischung von Erde mit angestautem Wasser kommt, um keine Fäulnissprozesse in Gang zu setzen.
Das Wasser ist im 1. Monat über den Ballen gießend zu verabreichen, damit sich die Pflanze optimal einwurzeln kann. Der Wasserstandsanzeiger wird in diesem Fall erst verzögert anzeigen, weil ein Großteil des Wassers vom Pflanzenballen aufgenommen wird. Nach der Einwachsphase reicht es aus, daß Wasser neben dem Ballen nachzufüllen. Prinzipiell arbeitet man im Semihydrosystem mit Erdpflanzen, die durch Anstaubewässerung wie bei der Hydrokultur mit Wasser und Nährstoffe über einen längeren Zeitraum versorgt werden können.
Vorteile der Semihydrokultur:
- Durch die Pufferwirkung stabiler pH-Wert
- Das Substrat speichert die Nährstoffe
- Durch das rein mineralische Substrate kommt es zu keinen Sackungen
- Frei von organische Substanzen, daher stets saubere Oberfläche ohne Fäulnis
- Verunreinigungen der Substratschicht (z. B. Reinigungsmittel) können ausgespült werden.
- Plattenbeläge können direkt ins Substrat gelegt werden
- Übersichtliche Anzeige der Wasserversorgung im Gefäß.
- Kein Trauermückenbefall an den Pflanzen.
- Für Allergiker gut geeignet, deshalb auch im Spital erlaubt.
- Die Düngung kann mit dem Dauerdünger unkompliziert 5-6 Monate bevorratet werden.
Bestandteile einer Semihydrokultur
Da die Semihydrokultur ein Anstaubewässerungssystem ist, müssen die verwendeten Pflanzgefäße wasserdicht sein. Bei Gefäßen, die nicht wasserdicht sind werden Kunststoffeinsätze in die Gefäße gestellt. Diese Topf in Topflösung ist von außen nicht sichtbar und unterscheidet sich nicht von einer Pflanzung in wasserdichten Gefäßen. Beide Varianten zeigen eine dekorative einheitliche mineralische Oberfläche.
Das Mineralische-Substrat gibt der Pflanzen Halt, speichert das Wasser im Inneren und transportiert Wasser und Nährstoffe aus der Wasseranstauzone nach oben. Das Mineralgemisch aus Bims, Zeolit und Lava ist biologisch und chemisch neutral, frei von Krankheitserregern, geruchlos, strukturstabil, verrottungsfest, dauerhaft locker, wasserspeichernd und weist eine zuverlässige Kapillarität auf. Die trockene mineralische Oberfläche kann nicht Schimmeln, die Ablagerungen an der Oberfläche sind Staub und kristallisierter Kalk und Dünger.
In Semihydrokultur können alle tropischen und subtropischen Pflanzen kultiviert werden. Deshalb steht mit dieser Kulturform ein größeres Pflanzenangebot zur Verfügung. Vor allem bei den Großpflanzen gibt es ein größeres Angebot.
Der Wasserstandsanzeiger ist bei der Semihydrokultur eine wichtige technische Einrichtung, um die eingefüllte Wasserhöhe kontrollieren zu können. Der Schwimmer im Anzeiger zeigt durch den Auftrieb an, wie hoch der Wasserstand im Gefäß ist. Sofern das Wasser noch durch den Pflanzenballen sickern muß ist zu beachten, daß der Wasserstand am Wasserstandsanzeiger verzögert angezeigt wird. Deshalb ist es ratsam abgesetzt zu gießen und nicht alles auf Einmal in das Gefäß zu leeren. Am darauffolgenden Tag wird der Wasserstand bereits sehr stark abgesunken sein. Das bedeutet, daß das Substrat sich mit Wasser gesättigt hat. Es ist somit nicht verloren gegangen sondern befindet sich nicht mehr frei am Gefäßboden sondern weiterhin verfügbar im Substrat. Das hat auch den Vorteil, daß Luft zu den Wurzeln gelangt und eine Vernässung nicht so leicht entstehen kann. Mit dem nächsten Gießgang so lange warten, bis die weißliche Oberfläche und die darunter befindliche Schichte, die gleiche Helligkeit angenommen haben und das Wasser aus dem Substrat verbraucht wurde. Im Regelfall liegt der Gießintervall zwischen 3 und 6 Wochen. Der richtige Intervall wird einmalig ermittelt und durch das Eintragen in einem Kalender (Outlook) läßt man sich an den fälligen Gießtermin erinnern. Bei jedem Gießvorgang ist stets die Funktionstüchtigkeit des Wasserstandsanzeigers zu prüfen.
Gedüngt wird mit Flüssigdünger oder Langzeitdünger. Verwenden Sie grundsätzlich keine Bio-Dünger, da diese durch mikrobiellen Abbau der enthaltenen organischen Stoffe zu nachhaltigem Sauerstoffmangel in der Anstauzone und zum Verpilzen der Substratoberfläche führen können.
Es können alle Flüssigdünger (z.B. Wuxal Universal) verwendet werden. Gute Markenprodukte haben ihren Preis! Flüssigdünger werden in der empfohlenen Konzentration bei jedem Nachfüllen der Gefäße verabreicht.
Der Langzeitdünger (z.B. Osmocote) muss in das Substrat eingearbeitet werden, damit er seine Wirkung entfalten kann.
